Was ist Selfpublishing? Definition, Vorteile & Tipps

Was ist Selfpublishing? Definition, Vorteile & Tipps

Jedes Buch braucht einen Verlag. Das ist ein Mythos, der sich lange hartnäckig gehalten hat. Tatsächlich sieht es heute jedoch vollkommen anders aus. Während ein Verlag früher für die Buchveröffentlichung zwingend notwendig war, gibt es heute eine Alternative: das Selfpublishing. Was Selfpublishing ist, für wen es geeignet ist und was (angehende) Autoren bei der Veröffentlichung im Selbstverlag beachten sollten, zeigt dieser Artikel.

Definition: Was ist Selfpublishing?

Autoren sind heute nicht mehr darauf angewiesen, dass sie von einem Verlag ins Programm aufgenommen werden. Wer ein Buch veröffentlichen will, kann das heute ganz einfach selbst in die Hand nehmen. Die Veröffentlichung von Büchern ohne Verlag nennt sich auch Selfpublishing bzw. Selbstverlag oder Eigenverlag.

Selfpublishing ist ein Begriff aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „selbst verlegen“. Wer sich für diese Option entscheidet, verlegt sein Buch also selbst – mit allen Vorteilen und Risiken.

Als Selfpublisher – so nennen sich Autoren, die im Selbstverlag veröffentlichen – hast du einerseits freie Hand, was deine Werke betrifft. Andererseits musst du dich um alles selbst kümmern – sei es das Marketing, der Verkauf oder die Reise vom getippten Manuskript bis zum physischen Buch. Im Selfpublishing ist alles allein deine Aufgabe. Kurzum: Die Verantwortung liegt nur bei dir.

Übrigens: Selfpublishing bedeutet nicht, dass du ganz allein auf dich gestellt bist. Ich sehe die Veröffentlichung im Selbstverlag eher als eine Chance, sich sein eigenes Team zusammenzustellen. Da ich eine große Freundin des Outsourcings bin, arbeite ich gerne mit Dienstleistern zusammen, die jeweils die Experten in ihrer Branche sind. So habe ich für Lektorat, Buchsatz, Coverdesign und Illustrationen / Artworks genau die Menschen an der Hand, die mein gewünschtes Ergebnis ermöglichen.

Wie funktioniert Selfpublishing?

Du hast ein fertiges Manuskript in der (virtuellen) Schublade und fragst dich, wie du dieses als Buch im Selfpublishing veröffentlichen kannst? Tatsächlich ist der Prozess ganz einfach:

  • Inhalt überarbeiten (lassen): Damit dein Buch die beste Version seiner selbst werden kann, muss der Inhalt stimmen. Experten raten dazu, ein professionelles Korrektorat und Lektorat vornehmen zu lassen. Das verbessert nicht nur den Inhalt, sondern gibt dir auch ein sichereres Gefühl.
  • Cover designen (lassen): Wenn du selbst ein Auge für ästhetische Buchcover hast und weißt, wie man so etwas umsetzt – los geht‘s. Andernfalls rate ich dir zu einem professionellen Coverdesigner.
  • Buchsatz erstellen (lassen): Hier gilt das Gleiche wie beim Cover: Wenn du den Buchsatz selbst machen kannst, ist das eine tolle Sache. Alle anderen gehen am besten zu einem Buchsetzer, der etwas von seinem Handwerk versteht.
  • Plattform wählen: Es gibt Dienstleister, die sich auf das Selfpublishing spezialisiert haben. Dort lädst du dein gesetztes Manuskript sowie dein Cover hoch und pflegst weitere Informationen ein, damit dein Buch veröffentlicht sowie an alle relevanten Onlineshops übermittelt wird. Du kannst auch ohne solche Dienstleister veröffentlichen, wobei du hier eine eigene Druckerei finden musst. Der Prozess wird etwas komplexer. Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Plattformen, die sich für das Selfpublishing eignen.
  • Marketing: Du solltest so früh wie möglich damit beginnen, die Werbetrommel für dein Buch zu rühren – am besten bereits vor dem Veröffentlichungsdatum. Marketing ist ein wichtiger Schritt im Selfpublishing.

Selfpublishing-Bücher lassen sich in verschiedenen Formaten veröffentlichen. Stöbere einfach einmal durch die Auswahl der gängigen Plattformen. Hardcover, Softcover, Booklet, E-Book – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Der Selbstverlag wird immer beliebter

Eines vorweg: Ja, zum Selfpublishing gehört eine kleine Portion Mut. Allerdings sind immer mehr Autoren ziemlich mutig und schlagen diesen Weg ein. Die Zahl der Selfpublisher steigt. Einige entscheiden sich bewusst für diesen Weg, andere sehen den Selbstverlag als Alternative, wenn die Veröffentlichung im Verlag nicht klappt.

Tatsächlich ist es heutzutage gar nicht mehr so schwer, veröffentlichter Autor zu werden. Selfpublishing gewinnt unter anderem aus folgenden Gründen stetig an Beliebtheit:

  • Selfpublishing gilt als echte Alternative zum Verlag und hat einen guten Ruf.
  • Programmplätze in klassischen Verlagen sind begrenzt.
  • Autoren haben das Bedürfnis nach mehr Transparenz und Kontrolle.
  • Es gibt genug Selfpublishing-Anbieter, die die Buchveröffentlichung um einiges einfacher machen.

Vor- und Nachteile – was macht Selfpublishing aus?

Wer im Selbstverlag veröffentlichen will, stößt unweigerlich auf ein paar Vor- und Nachteile. Diese gehen aus den Besonderheiten dieser Veröffentlichungsform hervor. So wie es auch bei der Veröffentlichung über einen klassischen Verlag eigene Vor- und Nachteile gibt, ist auch beim Selfpublishing nicht alles schwarz oder weiß.

  • eigene Verantwortung: Beim Selfpublishing liegt alles in deiner Hand. Du trägst die Verantwortung für Qualität, Positionierung und Erfolg. Das kann etwas Gutes sowie etwas Schlechtes sein – es kommt darauf an, was du daraus machst.
  • geringe Hürden: Du kommst mit dem Selfpublishing schnell an dein eigenes Buch. Allerdings denken sich das viele, wodurch ein hart umkämpfter Markt entsteht. Deine Literatur muss überzeugen – sie steht im direkten Wettbewerb mit tausenden anderen Titeln.
  • freie Hand: Das Selfpublishing ist für viele die ideale Option, da man hier absolut freie Hand hat. Cover, Kapitelzierden, Hardcover oder Taschenbuch und letztlich auch der Inhalt – du kannst selbst entscheiden, wie du es haben möchtest. Doch auch das ist nicht nur ein Vorteil. Der erste Eindruck zählt. Und ja, auch wenn wir Bücher nicht nach ihrem Cover beurteilen sollen, tun wir es. Genau da kann das Selfpublishing gehörig schiefgehen.
  • die Sache mit dem Geld: Am Ende des Tages ist es für viele Autoren auch entscheidend, was bei dem Buchverkauf in finanzieller Hinsicht herumkommt. Auch wenn wir aus Leidenschaft und nicht aus finanzieller Motivation schreiben, ist es doch wichtig, dass sich die Mühe auszahlt. Während sich bei einem Verlag Profis um die Vermarktung und den Verkauf kümmern, bist du im Selfpublishing allein für den Verkaufserfolg zuständig. Im Verlag gibt es ein klares Honorar, das meist nicht gerade hoch ist, sich aber im Laufe der Zeit summiert. Beim Selfpublishing hingegen entscheidest du selbst, wie viel Geld dir von einem Verkauf übrigbleibt. Nur musst eben du verkaufen.

Du siehst also: Selfpublishing ist immer das, was Autoren daraus machen. Hast du beispielsweise wenig Zeit für Marketing, wird dein Titel vermutlich wenig erfolgreich werden. Sparst du am Cover, kann sich das ebenfalls auf deine Verkaufszahlen auswirken. Die Veröffentlichung im Selbstverlag muss gut durchdacht sein. Schließlich arbeiten in einem Verlag nicht ohne Grund viele Experten daran, Titel erfolgreich zu machen.

Was ich persönlich für mich entdeckt habe, sind Buchmessen. Sie bieten die ideale Möglichkeit, mit potenziellen Lesern in Kontakt zu treten und die eigene Literatur unter die Leute zu bringen.

Für wen eignet sich Selfpublishing?

Eines vorweg: Wenn du nicht bereit bist, viel Zeit und Mühe in die Buchveröffentlichung zu stecken, ist Selfpublishing mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der richtige Weg für dich. Die Veröffentlichung von Büchern im Selbstverlag macht Spaß – allerdings musst du am Ball bleiben, um Erfolge zu erzielen.

Selfpublishing eignet sich insbesondere für Autoren, die alle Entscheidungen selbst treffen und nicht von einem Verlag abhängig sein wollen. Auch dann, wenn du inhaltlich und gestalterisch freie Bahn haben willst, ist der Selbstverlag die ideale Wahl. Zudem solltest du dazu bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.

Gehörst du allerdings zu den Menschen, die bei der Buchveröffentlichung wenig Eigenleistung einbringen möchten oder keine Zeit für die Vermarktung haben, bist du bei einem Verlag besser aufgehoben. Außerdem sollten Selfpublisher nicht den Fehler machen, zu denken, dass sich ein Buch von selbst verkauft. Denn Spoiler: Das wird es nicht.

Ich zum Beispiel genieße die maximale Freiheit, die ich bei meiner Buchreihe „Der Fluch der sieben Monde“ habe. Ich entscheide nicht nur selbst darüber, wen ich an meinem Buch mitarbeiten lasse – ich kann mir auch selbst überlegen, welchen Buch-Merch ich anbieten will. Als Person, die vieles gerne selbst macht, ist der Selbstverlag für mich die beste Option.

Was du beim Selfpublishing beachten solltest

Schnell mal ein Buch im Selfpublishing zu veröffentlichen, ist keine gute Idee. Zwar geht es mit dem Selbstverlag schneller als in einem klassischen Verlag, doch damit dein Werk auch erfolgreich wird, solltest du etwas mehr Zeit und Mühe investieren. Denke immer daran: Dein Buch steht nicht nur im Wettbewerb mit anderen Selfpublishing-Titeln, sondern auch mit Literatur, die von klassischen Verlagen betreut wird.

Experten sind sich daher einig: Qualität beim Selfpublishing ist keine Option, die man einfach so einmal erwägen kann. Nein, Qualität ist ein absolutes Muss, wenn du Erfolg haben möchtest.

Damit du eine hohe Qualität erreichen kannst, empfehle ich dir, Spezialisten mit ins Boot zu holen. Ich weiß – einige Autoren übernehmen alle Aufgaben selbst. Für den ein oder anderen mag das auch funktionieren. Persönlich habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass es sehr schön ist, Aufgaben abgeben zu können. So kann ich mehr Zeit für das Schreiben aufwenden und muss mir keine Gedanken über den Buchsatz oder die Covergestaltung machen.

Wichtig ist auch das Thema Geld. Wie bereits angesprochen, geht es den wenigsten Autoren darum, mit ihren Büchern reich zu werden. Dennoch ist es schön, wenn sich zumindest die Ausgaben wieder ausgleichen lassen. Wer sich kleine, realistische Ziele steckt, kann sie besser erreichen. Mein Rat an dich ist also: Veröffentliche vorerst nur nebenbei im Selbstverlag. Wenn du wirklich große Gewinne einfährst, ist das eine tolle Sache. Deinen Brotjob jedoch hinzuschmeißen, nur um Selfpublishing-Autor zu werden, ist für den Anfang keine gute Idee.

Zudem brauchst du viel Geduld und Durchhaltevermögen, wenn du deine Bücher im Selbstverlag herausbringst. Als Selfpublishing-Autorin hatte ich viel Spaß bei der Veröffentlichung meines Debütromans „Ein Königreich in Gefahr“. Gleichzeitig hielt der Prozess so viele Erkenntnisse für mich bereit, die ich bei meiner zweiten Veröffentlichung „Die Rache der Prinzessin“ gleich umsetzen konnte. Trotzdem lernt man immer weiter dazu, sodass ich es bei meinem dritten Buch gewiss wieder etwas anders machen werde. Was ich damit sagen möchte: Selfpublishing ist ein Prozess. Ein Prozess, der vielleicht lange dauern mag, aber so viele wertvolle Learnings bereithält, sodass du nur daran wachsen kannst. Du musst ihm nur die Chance dazu geben.

Fazit: Selfpublishing ist eine beliebte Alternative!

Immer mehr Autoren entscheiden sich für die Buchveröffentlichung im Selbstverlag. Das Selfpublishing ist eine beliebte Alternative zur Veröffentlichung im klassischen Verlag, geht jedoch nicht nur mit Vorteilen einher, sondern bietet auch gewisse Risiken. Jeder (angehende) Autor sollte daher selbst überlegen, ob sich diese Option für ihn eignet oder nicht. Grundsätzlich solltest du für eine Veröffentlichung im Eigenverlag jedoch viel Zeit, Geduld und Durchhaltevermögen mitbringen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu „Was ist Selfpublishing?“

Was ist besser – Selfpublishing oder Verlag?

Ob du dein Buch eher im Selbstverlag oder in einem klassischen Verlag herausbringen solltest, hängt ganz von dir selbst ab. Für manche Menschen eignet sich das Selfpublishing perfekt, da sie gerne selbst Verantwortung übernehmen und keine Mühen scheuen, ihren Titel erfolgreich zu machen. Wer nur schreiben und von den anderen Dingen rund um das Buch nichts wissen will, sollte sich besser um einen Verlag bemühen.

Ist Selfpublishing kostenlos?

Grundsätzlich ist Selfpublishing nicht kostenlos, doch du kannst dein Buch ohne hohe Einstiegskosten veröffentlichen. Denk jedoch daran, dass es sich lohnt, in Profis wie Lektoren, Buchsetzer und Coverdesigner zu investieren, um die Erfolgschancen deines Buchs zu erhöhen.

Ist es schwierig, ein Buch im Selbstverlag zu veröffentlichen?

Wenn du einmal verstanden hast, wie Selfpublishing funktioniert, ist der Prozess an sich nicht sehr schwierig. Was du jedoch bedenken solltest, ist, dass es viel Zeit und Mühe erfordert, dein Buch (erfolgreich) zu veröffentlichen.

Möchtest du mehr zum Thema Selfpublishing wissen oder kannst du bereits eigene Erfahrungen teilen? Ich freue mich über jeden Beitrag in der Kommentarspalte!

Deine (Selfpublishing-)Autorin Luzia Dworschak

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